16. Juli 2021

Gemeinsam Energie und CO2 sparen im Tannenhofviertel

Quartierskonzept

Dach dämmen, Fenster austauschen, Heizung modernisieren, Photovoltaik aufs Dach setzen – ein Haus energetisch zu sanieren spart nicht nur bares Geld, sondern ist auch ein wertvoller und sehr individueller Beitrag zum Klimaschutz. Ganz nach dem Motto „Gemeinsam geht’s besser“ hat die Gemeinde Haar ein ganzes Viertel – das Tannenhofviertel - eingeladen, ihre Häuser energetisch unter die Lupe zu nehmen – und dann möglichst auch zusammen zu sanieren. Denn Kräfte bündeln spart Zeit und Geld.

Das Tannenhofviertel ist Anfang der 60er-Jahre entstanden: Egal ob Reihenhäuser, Kettenhäuser oder Bungalows – nahezu alle Gebäude wurden in dieser Zeit errichtet. Das macht sie gut vergleichbar – nicht nur im Aussehen, sondern auch in der Bauart oder dem verwendeten Material. Darauf fußt das Haarer Quartierskonzept: Viele Fliegen mit einer Klappe schlagen – und so als komplette Siedlung Energie zu sparen.

Der erste Teil des Quartierskonzepts ist jetzt gelaufen: Schon im Januar wurden die Hausbesitzer zum Mitmachen eingeladen. Mit Fragebögen, Online-Terminen wurden Vorinformationen gesammelt, um dann vor Ort die Häuser zu begutachten. Dann startete der Haarer Energieberater Uwe Dankert  (Beratungsunternehmen udEEE Consulting) in Zusammenarbeit mit Lukas Röder (Klimaschutzmanager Gemeinde Haar) die Analyse der Gebäude: Bewertet wurden Gebäudehülle und Gebäudetechnik, Sanierungsoptionen wurden aufgezeigt, Wirtschaftlichkeitsberechnungen aufgestellt und Versorgungsszenarien durchgespielt. „Wir haben viel Wert darauf gelegt, ausführlich zu informieren“, erklärt Dankert bei der Abschlusspräsentation.

Die Schere in Sachen Energiesparen und Sanierungen geht im Tannenhofviertel weit auseinander: Freilich sind an vielen Gebäuden in den vergangenen 60 Jahren schon mal Fenster ausgetauscht worden, die Heizung wurde erneuert oder das Dach ist saniert worden. Und trotzdem findet man noch Nachtspeicherheizungen in den Häusern vor. Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger, etwas an ihrem Energieverbrauch zu verbessern war insgesamt groß – und somit stießen die Tipps der Experten hier auf offene Ohren.

Zunächst ging es dabei um Stromspartipps, bei denen die Stellschrauben bei  Heizungspumpe und Trinkwarmwasser angesetzt werden können. Großes Interesse hatten die Tannenhof-Bewohner*innen an der Stromerzeugung durch Photovoltaik auf dem eigenen Dach. Aber auch die Möglichkeiten, die Wärmeverluste im Haus einzudämmen, stießen auf großes Interesse. Denn viele Maßnahmen sind einfach nicht bekannt. „Zum Beispiel die Kellerdecke ist bei nahezu niemanden gedämmt. Dabei ist das ein gutes Einsparpotenzial, das sich rechnet“, erklärte Dankert. Die internen Wärmeverluste der Häuser sind vielen nicht bewusst – vom Wintergarten bis zum Lüftungsverhalten, von ungedämmten Wänden bis hin zu freiliegenden Rohren. Auch die Art der Heizung ist ausschlaggebend. Und so mancher Wechsel rechnet sich schneller als viele vermuten – schon alleine, weil es dafür Fördermittel vom Staat gibt. „Die Wärmepumpe beispielsweise ist vielen unbekannt“, bedauert Dankert.

Das Fazit des Energieexperten fiel trotzdem sehr gut aus: In den analysierten Häusern – obwohl alle bereits teilsaniert sind - gibt es in der Regel immer kleinere Unzulänglichkeiten, die ohne große Kosten behoben werden können. Und es konnten auch für jedes Gebäude weitreichendere Maßnahmen aufgezeigt werden, die große Energieeinsparung bringen. Eines ist klar: Die Bewohner*innen des Tannenhofviertels haben bereits einiges getan, Fenster wurden fast überall schon einmal ausgetauscht und die Dächer gedämmt. Das Interesse vom Heizöl wegzukommen ist groß und Photovoltaikanlagen gefragt. Gerade hier werden Bündelaktionen anvisiert, um Geld zu sparen. Und da ist die Gemeinde gerne behilflich. Denn nach der Analyse geht es jetzt an rdie Umsetzung.

 

Hier geht es zum Endbericht des ersten Quartierskonzept (Tannenhofsiedlung)