17. März 2021

Neue Leitung in der Gemeindebücherei

Johanna Zeber übernimmt Elternzeitvertretung – und treibt die Digitalisierung weiter voran

Es ist eine Staffelübergabe aus freudigem Anlass: Désirée Bitzer übergab gerade eben die Leitung der Gemeindebücherei Haar an Johanna Zeber. Der Grund dafür ist mittlerweile unübersehbar: Der Familienzuwachs im Hause Bitzer lässt nicht mehr lange auf sich warten. Voraussichtlich für fünf Jahre wird die Bücherei nun in den Händen von Johanna Zeber liegen.

„Es ist bereits der zweite Übergang und natürlich fühlt sich das immer ein wenig komisch an, weil man sich einfach mit der Bücherei identifiziert – aber es beruhigt mich, dass ich sie in gute Hände übergebe.“ Désirée Bitzer freut sich auf ihr zweites Kind und plant, bis 2023 in Elternzeit zu bleiben. Aber auch im Anschluss möchte sie nicht gleich die Leitung übernehmen, sondern in Teilzeit zurückkommen.

Die guten Hände gehören Johanna Zeber. Die 39-Jährige Münchnerin hat ihre Ausbildung in einer kleinen Bücherei absolviert, danach in unterschiedlichsten Einrichtungen gearbeitet und zuletzt in der Unterhachinger Bücherei die Position der stellvertretenden Leitung innegehabt. Jetzt verwaltet sie gemeinsam mit 7 Mitarbeiterinnen knapp 21.000 Medien in der Leibstraße, gemeinsam mit der Kinderbücherei in der Jagdfeldschule und den Online-Medien sind es sogar 81.000 Medien, die von den Kund*innen in Haar ausgeliehen werden können.

Zukunftsfit machen
Natürlich beginnt Zebers Haarer Zeit nicht im einfachsten Moment: Corona hat auch zwischen den Bücherregalen einiges durcheinandergewirbelt: Die Entleihungen sind zurückgegangen, über längere Zeiträume konnten die Leserinnen und Leser die Bücherei nicht betreten. Doch es war und ist auch eine Chance, die Gemeindebücherei noch zukunftsfähiger zu machen. Derzeit werden die Medien mit einem Chip in einem Etikett versehen, damit demnächst die RFID-Technologie (Radio Frequency Identification) eingesetzt werden kann. Durch diesen Chip können dann auch Selbstbuchungen vorgenommen werden und es könnte auch einen Rückgabeautomaten an der Bücherei geben.

Senioren und Kinder im Blick
Neben der Digitalisierung hat Johanna Zeber aber auch noch andere Ideen und Schwerpunkte: Sie hat sowohl die Kinder als auch die Senioren im Blick – und würde diese gerne noch mehr miteinander verknüpfen. Da könnte es beispielsweise Lesepaten-Projekte geben, bei denen man einander vorliest. Und auch sonst will die neue Leiterin die Senioreneinrichtungen künftig mehr in ihr Alltagsgeschäft miteinbeziehen – Ideen hat sie schon einige. Für die Kinder wird es mit der Eröffnung des Neubaus an der Jagdfeldschule ohnehin einen Schritt weiter gehen, denn die Kinderbücherei wird dort neue größere Räume beziehen, die man unabhängig vom Schulbetrieb von außen betreten kann.

Mehr Platz auf der Wunschliste ganz oben
Zum Thema Neubau zeigt sich die bald zweifache Mutter Désirée Bitzer etwas betrübt - war man in Haar doch kurz davor, den langgehegten Wunsch der Gemeindebücherei nach größeren Räumlichkeiten erfüllen zu können: Der Bau eines „Bücherparadieses“ auf dem Gelände der alten Post in der Bahnhofstraße musste aber aus haushaltstechnischen Gründen kurzfristig auf Eis gelegt werden. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Und so hofft Bitzer, dass die Pläne für das neue Gebäude bei ihrer Rückkehr wieder Fahrt aufnehmen.

Auch Johanna Zeber würde es sehr gefallen, wenn es künftig mehr Platz in der Bücherei gäbe und damit die Besucherinnen und Besucher auch vor Ort ein wenig schmökern könnten. „Schmökern“ ist allerdings nicht so recht das Ding der neuen Leitung. „Ich bin eine Schnellleserin. Leider“, sagt sie. Denn manchmal würde die Querbeetleserin ihre Krimis und Familiensagas gerne mit mehr Bedächtigkeit genießen können. Aber mit Tempo hat sie die besseren Chancen, immer up to date zu sein, mit dem ständig wachsenden Angebot der Haarer Gemeindebücherei.

Auf dem Bild: Johanna Zeber (li) übernimmt von Désirée Bitzer (re) die Leitung der Gemeindebücherei