02. August 2021

Baumfrevel im Waldfriedhof

Fünf Buchen gezielt zerstört - Polizei und Gemeinde Haar bitten um Hinweise

Der Haarer Waldfriedhof ist ein idyllischer Ort, ein Ort der Ruhe und des Friedens - geprägt von seinem waldartigen Charakter mit stattlichen Bäumen. Doch es gibt offensichtlich eine oder mehrere Personen, die das nicht schätzen: Zwei Rotbuchen und drei Hainbuchen mit Stammumfängen bis über zwei Meter wurden hier durch menschliche Hand zum Absterben gebracht. Die Gemeinde Haar hat die Zerstörung zur Anzeige gebracht – und hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Zwischen dem üppigen Grün dichter Baumkronen ragen fünf blattlose Baumleichen: Vor einigen Tage entdeckte die Baumbeauftragte der Gemeinde Haar im Ahornhain des Friedhofs abgestorbene Buchen. Bei genauerer Betrachtung war die Ursache für die großen kahlen Bäume schnell auszumachen: Jemand hat gezielt mindestens fünf Löcher pro Stamm gebohrt und in diese dann eine Flüssigkeit eingefüllt, die den Baum zum Absterben gebracht hat.

Hohe kriminelle Energie

Eine Handlung, die tiefstes Unverständnis beim Bürgermeister Andreas Bukowski und der gesamten Gemeindeverwaltung ausgelöst hat -  kann doch eigentlich nur davon ausgegangen werden, dass genau diese Bäume beim Täter „unerwünscht“ waren. Und das mitten auf einem Waldfriedhof. Die kriminelle Energie, die hinter der Tat steckt, ist durchaus beachtlich: Es muss davon ausgegangen werden, dass die Person in den geschlossenen Friedhof eingedrungen ist – denn dort dutzende Löcher in Bäume zu bohren (mutmaßlich mit einem Akku-Bohrer) und anschließend die Flüssigkeit einzufüllen, nimmt doch etwas Zeit in Anspruch. Diese Handlungen wären während der Öffnungszeiten sicherlich anderen Friedhofsbesuchern aufgefallen.

Innerhalb kurzer Zeit abgestorben

Der genaue Zeitpunkt der Tat ist nicht nachvollziehbar, jedoch sind die Löcher noch nicht bemoost oder verwittert, sodass die Beschädigung wohl kaum länger als ein halbes Jahr zurückliegen kann. Die Bäume haben offenbar sehr schnell auf die Manipulation reagiert und sind innerhalb kurzer Zeit abgestorben.

Mithilfe der Bevölkerung gefragt

Abgesehen von dem ideellen Wert eines Baumes liegt der Schaden aufgrund des Gehölzwertes im fünfstelligen Euro-Bereich. Die Gemeinde Haar hat Strafanzeige wegen Sachbeschädigung bei der Polizei gestellt. Damit es zu einer Aufklärung der Sachbeschädigung kommt, bittet die Polizei sowie die Gemeinde Haar um die Mithilfe der Bevölkerung, vor allem der Friedhofsbesucher. Falls jemand einen Hinweis auf den Täter geben kann oder etwas Auffälliges beobachtet hat, soll sich bitte bei der Polizeiinspektion 27 in Haar melden (Rechnerstraße 11z; T: 089/462305-0)

Baumtorsi bleiben stehen

Doch was passiert nun mit den angebohrten Buchen? „Wir beobachten die weitere Entwicklung der Bäume. Sollten sie gänzlich absterben, bleiben zumindest Teile des Stammes als Totholz stehen“, erklärt Haars Umweltreferent Andreas Nemetz. So bieten die zerstörten Bäume zumindest noch einen Beitrag zur Artenvielfalt.

 

Bohrlöcher Baumfrevel Waldfriedhof

Baumfrevel Waldfriedhof